Faustregeln zur Laut-Buchstabenzuordnung

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Grundregel:

Schreib, wie du sprichst. Aber verdeutliche die Wortverwandtschaften!

Das Lautprinzip

Alle Buchstaben(-Kombinationen) entsprechen einem bestimmten Laut.

  • t: Ton, tun, Taten, täten, rot, tot, Tüte
  • a: Adler, ach, Wabe, Nabel, Nacht
  • sch: schief, schlief, Matsch, Tusche

Das Stammprinzip

Schreibe verwandte Stämme nach Möglichkeit gleich.

  • laufen → Läufer (und nicht: Leufer)
  • stehen → du stehst (und nicht: stest)
  • tragen → Träger (und nicht: Treger)

Das Silbenprinzip

In Silben mit langem Vokal folgt höchstens 1 Konsonant:

  • Tag, See, lieb, froh, Ruf, zäh, Höhe, früh

In betonten Silben mit kurzem Vokal folgen 1 bis 3 Konsonanten:

  • Rand, Held, Sitz, Volk, Kunst, Kätzchen

Das Fremdwortprinzip

Solange ein Wort als Fremdwort wahrgenommen wird, behält es seine originale Schreibung.

  • Lithographie – aber: Fotografie
  • Coiffeur – aber: Frisör
  • Funghetti – aber: Spagetti

Stammschreibung

e/ä, eu/äu

Ein „a“ oder „au“ im Wortstamm wird beim Lautwechsel zu „ä“ bzw. „äu“.

  • wählen (und nicht: wehlen) → wegen: Wahl
  • häufig (und nicht: heufig) → wegen: Haufen
  • Aber: freuen (und nicht: fräuen, → weil ≠ Frau)

Auslautverhärtung

Man spricht deutsche Wörter am Ende stets hart, schreibt aber den weichen Konsonanten, wenn der Wortstamm es vorsieht.

  • Wand (und nicht: Want) → wegen: Wände
  • Glas (und nicht: Glaß) → wegen: Gläser
  • Aber: alt (und nicht: ald) → wegen: älter

Dehungs-h und Vokal-h

Das Dehnungs-h

markiert lange Vokale. Es tritt ausschließlich vor „l“, „r“, „m“ und „n“ auf und ist bei Verben besonders häufig.

  • l:hlen, fehlen,
  • r: fahren, lehren, wahr
  • m: lahm, nehmen
  • n: sehnen, gähnen

Das Vokal-h

markiert den Übergang zwischen zwei Vokalen, wo man es auch als „h“ sprechen kann. Das Stammprinzip vererbt es weiter.

  • sehen → sie sieht, gehen → er geht
  • hen → die Naht, ziehen → Beziehung

s, ss und ß

Die s-Schreibung des Deutschen ist kompliziert, weil das Stammprinzip teils nicht gilt.

Das einfache „s“

ist stimmhaft (Kehlkopf vibriert) & tritt nach langen Vokalen auf ( Stammprinzip gilt hier).

  • Rasen, Riese, Sieben, lies (wegen: lesen)

Das „ß“

ist stimmlos (Kehlkopf stumm) & tritt ausschließlich nach langen Vokalen auf (siehe: Hörvergleich).

  • Grieß, beißen, Füße, fließen (aber: Fluss)

Das doppelte „ss“

ist stimmlos (Kehlkopf stumm) & tritt ausschließlich nach kurzen Vokalen auf (siehe: Hörvergleich).

  • messen, Wasser, Biss (aber: beißen)

Doppelkonsonanten (+ „ck“ & „tz“)

Doppelkonsonanten (+ „ck“ & „tz“)

treten ausschließlich nach kurzen Vokalen auf und sind also ein Signal für Kürze.

  • Motte, wenn, Tipp, Kuppel, Lack, Katze

Eigentlich markieren Doppelkonsonanten, dass der Stamm ein Silbengelenk (s.u.) bilden kann. Das Stammprinzip vererbt es weiter.

  • Blatt (wegen: Blät-ter), voll (wegen: völ-lig)
  • Tipp (wegen: tip-pen), Stoff (wegen: Stof-fe)

→ Silbengelenke

sind wie ein Kniegelenk zwischen zwei Silben. Sie bilden den lautlichen Übergang:

  • Mot-te, Was-ser, Wip-pe, Rob-ben

Hörvergleich: lange und kurze Vokale

 

 
langer Vokalkurzer Vokal
aratenRatten
eKehleKelle
iWiesenwissen
oRoseRosse
uRuhmRum
äkämeKämme
öHöhleHölle
üfühlenfüllen

 

Fremdwortschreibung

Lateinisch „t“ oder „z“?

Lat. „t“ wird zu dt. „z“, wenn es ein stammgleiches Wort mit „z“ gibt.

  • Differenzial (wegen: Differenz)
  • potenziell (wegen: Potenz)
  • Aber: national, partiell, Reduktion,

typisch griechisch: rh, ph, th

Besonders „ph“ wird in geläufigen Wörtern oft zu „f“

  • Grafik (Graphik), Delfin (Delphin)
  • Rhodos, Rheuma, Rhythmus
  • Theater, Thema, Methode

Langes „i“ in Fremdwörtern

wird nicht als „ie“ geschrieben.

  • Maschine, Physik, Sinus, Familie

Das lange französische é

wird in geläufigen Wörtern zu „ee“

  • Tournee, Komitee, Allee, Kaffee

„c“ oder „k“ (lat./engl.)

Das lateinische „c“ wird meist zu „k“, das englische „c“ bleibt meist erhalten.

  • Kommission, proklamieren
  • Computer, Mastercard

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