Faustregeln zur Kommasetzung

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Grundregel:

Alles Satzwertige und alles Gereihte wird durch Kommas begrenzt.

1. Nebensätze

stehen vor, nach oder mitten im Hauptsatz. Man erkennt sie oft an der Konjunktion am Anfang und immer am finiten Verb am Ende.

Subjekt- und Objektsätze

sind nicht weglassbar. Typisch sind die Konjunktionen „dass“, „ob“ und „wie“:

  • Ich finde, dass der Text sehr gut geschrieben ist.
  • Ob wir uns morgen sehen, weiß ich noch nicht.

Adverbialsätze

machen Angaben zu Ort, Zeit, Grund etc. Sie sind weglassbar und beginnen mit einer Konjunktion:

  • Obwohl die Sonne scheint, ist es ziemlich kalt.
  • Ich habe, weil es so regnet, den Schirm dabei.

Relativsätze

machen Angaben zu einem Nomen. Sie sind weglassbar und beginnen mit einem Relativpronomen. Oft sind sie eingeschoben.

  • Die Sonne, die gerade unterging, glühte rot.
  • Ein Wort, das nichts bedeutet, ist kein Wort.

2. Infinitive mit "zu":

sind verkürzte Nebensätze. Man erkennt sie am „zu“ vor dem Verb. Drei Arten von Infinitivgruppen mit „zu“ gelten als satzwertig und werden mit Kommas abgegrenzt:

1.) Infinitiv mit Einleitewort:
     ✔ um   ✔ ohne   ✔ statt   ✔ anstatt   ✔ außer   ✔ als

  • Um nichts zu verpassen, war er schon frühzeitig angereist.
  • Es blieb ihnen nichts übrig, als das Unwetter abzuwarten.

2.) Infinitivgruppe hängt von einem Nomen ab und beschreibt dieses näher:

  • Seine Hoffnung, die Stars live zu sehen, erfüllte sich nicht.
  • Sie hat den Wunsch geäußert, mitkommen zu können.

3.) Infinitivgruppe hängt von einem Verweiswort ab:
     ✔ es  ✔ damit   ✔ dabei   ✔ dafür   ✔ davon   ✔ darüber   ✔ dagegen   ✔ ...*

  • Ich kann es kaum erwarten, dich wiederzusehen.
  • Er freute sich darauf, mal wieder auszuspannen.

* Merke: Außer „es“ beginnen alle Verweisworte mit „da-­“:

3. Satzwertige Wortgruppen:

Auch einzelne Wörter oder Wortgruppen können satzwertig sein.

Herausgehobene Wortgruppen

Wörter oder Wortgruppen können durch Kommas herausgehoben werden, um ihre eigenständige Bedeutung zu betonen.

  • Man fügt das Wasser und die Säure, genau in dieser Reihenfolge, hinzu.
  • Die Erzählung, geschrieben im Jahre 1952, handelt von einem Ehepaar.

Merke: Ob Kommas sinnvoll sind, prüft man mit der →Klammerprobe.

Anreden und Ausrufe

werden durch Kommas abgegrenzt – sie ähneln stark den Appositionen.

  • Luise, du bist ja ganz blass!
  • Nein, das hätte ich nicht gedacht.

Merke: Statt des Kommas könnte auch ein Punkt stehen.

Appositionen:

sind zusätzliche Erklärungen zu einem Nomen durch ein anderes Nomen. Bei ihrer Erkennung hilft die →Klammerprobe.:

  • Jan, mein Bruder, kommt auch mit.
  • Er hat Frau Meier, seine Lehrerin, getroffen.
  • Dieser Wald, einer der schönsten überhaupt, steht unter Naturschutz.

4. Aufzählungen und Reihungen:

Man kann Wörter, Wortgruppen oder ganze Sätze aufzählen bzw. aneinanderreihen.

Aufzählungen:

Bei echten Aufzählungen könnte statt des Kommas je ein „und“ stehen.

  • ein großes, schönes, altes Haus
  • an Sonn- und Feiertagen, am Wochenende und nach 20.00 Uhr
  • Sie ging, er blieb stehen und beide waren traurig.

Reihungen:

sind Aufzählungen sehr ähnlich. Man findet sie z. B. bei Adressen, Zeitangaben oder Literaturverweisen:

  • Otto Graf, Hauptstr. 12, 53133 Bonn
  • Montag, den 5. Juni 2016, 8.00 Uhr
  • Duden, Band 1, 25. Auflage, Mannheim

Merke: Die und-artigen Konjunktionen ersetzen das Komma. Bei allen anderen bleibt es erhalten.

  • Fritz war müde und glücklich
  • Fritz war müde, aber glücklich

und-artige Konjunktionen:

✔ und   ✔ oder   ✔ wie   ✔ sowie   ✔ beziehungsweise   ✔ weder...noch   ✔ entweder...oder   ✔ sowohl...als auch  

das/dass-Probe

Wenn man die Wörter "dieses","jenes" oder"welches" einsetzen kann, steht nur ein "s"

  • Das Kind, das (welches) dort hinten spielt, kommt bald in die Schule.
  • Ich hoffe, dass (welches) wir uns bald wiedersehen.
  • Du kannst dir schon mal das (dieses) Akkordeon nehmen.

Sätze mit "dass" könnten häufig einfach hinter der Konjunktion enden, wenn man so tut, als sei "dass" ein Pronomen.

  • Ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen. → Ich hoffe das.
  • Glaubst du, dass wir rechtzeitig kommen? → Glaubst du das?
  • Das Kind, das dort hinten spielt,... → Das Kind das...

Klammerprobe

Was man in Klammern setzen kann, kann man auch in Kommas setzen:

  • Fritz (mein Bruder) wohnt dort hinten.
  • Das Buch ist (neben anderen auch) ein absolutes Meisterwerk.
  • Ich habe Luise (von der ich dich grüßen soll) vorhin zufällig getroffen.

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